17. Österreichische Schmerzwochen: Hilfe bei Krebs-Durchbruchschmerzen

Erstellt am: 12.02.2018 | Featured, Leben, pressetext

Wien (pts006/12.02.2018/09:40) – Viele Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung leiden trotz optimaler Basis-Schmerztherapie mit Langzeit-Opioiden an plötzlich auftauchenden Schmerzspitzen – den sogenannten Durchbruchschmerzen. Im fortgeschrittenen Stadium einer Krebserkrankung sind bis zu 90 Prozent der Pateinten davon betroffen – ein adäquates, spezifisches Schmerzmanagement erhalten bei weitem nicht alle von ihnen.

„Wenn der Basis-Krebsschmerz bereits ausreichend mit retardierten Opioiden kontrolliert wird, ist eine Dosiserhöhung des Langzeit-Opioids bei nur vereinzelten täglichen Schmerzattacken wenig sinnvoll. Für Durchbruchschmerzen sind schnell und kurz wirksame Zubereitungen erforderlich, die sich in Wirksamkeit und Wirkdauer von der Basis-Opioidmedikation unterscheiden“, betont o.Univ.-Prof. DDr. Hans Georg Kress, Vorstandsmitglied der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG) und Leiter der Abteilung für Spezielle Anästhesie und Schmerzmedizin (MedUni/AKH Wien) anlässlich der 17. Österreichischen Schmerzwochen.

Etliche Opioide, wie nicht retardiertes Morphin, Hydromorphon oder Oxycodon, erfüllen diese Anforderungen vor allem wegen des zu späten Wirkeintritts und der zu langen Wirkdauer nicht. Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Fentanyl mit einem raschen Wirkungseintritt und einer kurzen Halbwertszeit machen dagegen die Substanz für die Behandlung von Durchbruchschmerzen deutlich überlegen.

Positive Ergebnisse mit transmukosalem Fentanyl

Tatsächlich liegen für verschiedene, über die Mundschleimhaut anzuwendende innovative Fentanyl-Applikationssysteme Daten vor, die eine deutliche Reduktion der Schmerzintensität durch diese rasch anflutenden Opioide belegen. So kam etwa eine Übersichtsarbeit aus Neuseeland zu dem auch in Österreich verfügbaren Fentanyl-Buccalfilm zum Ergebnis, dass dieser eine zweckmäßige Option für die Therapie von Durchbruchschmerzen darstellt. Bei Schmerzattacken wird dieser an die Wangeninnenseite geklebt und der Wirkstoff über die Mundschleimhaut aufgenommen.

Eine Übersichtsarbeit aus den USA betont, dass die Wirksamkeit bei Durchbruchschmerzen für rasch wirksame Fentanyl-Formulierungen am besten belegt ist.

„Bedauerlich ist gerade angesichts der Tatsache, dass die Fentanyl-Systeme Krebs-Patienten bei ihren besonders dramatischen Durchbruchschmerzen wirksam helfen, dass sie in Österreich der Chefarzt-Pflicht unterliegen und die Genehmigung nicht in allen Bundesländern problemlos erfolgt. Das ist eine unnötige Hürde für die Versorgung von Krebspatienten“, kritisiert Prof. Kress.

Empfehlungen müssen in der klinischen Praxis ankommen

„Durchbruchschmerzen ließen sich jedenfalls besser beherrschen, wenn die evidenzbasierten Behandlungsempfehlungen auch tatsächlich immer in der klinischen Praxis ankommen würden“, so der Experte.

Eine kürzlich veröffentlichte spanische Studie ging der Frage nach, wie Onkologinnen und Onkologen bestehende Empfehlungen und Leitlinien einschätzen und inwieweit diese in der Praxis Anwendung finden. Der Großteil der Befragten (82 Prozent) kannte die einschlägigen evidenzbasierten Behandlungsempfehlungen, und alle Befragten stimmten zu, dass Durchbruchschmerzen spezielle therapeutische Maßnahmen erfordern. Als Hindernisse für eine vollständige Umsetzung von Empfehlungen und/oder Leitlinien gaben die Befragten neben Zeitdruck auch unzureichende Information über die konkreten Handlungsanleitungen an. Fast alle Behandler – 99 Prozent – sahen das Opioid Fentanyl als das Mittel erster Wahl zur schnellsten Behandlung von Durchbruchschmerz an.

Quellen: López López R, et al: Oncologist’s knowledge and implementation of guidelines for breakthrough cancer pain in Spain: CONOCE study. Clin Transl Oncol. 2017 Oct 3. doi: 10.1007/s12094-017-1756-5. [ Epub ahead of print ] ; Garnock-Jones KP: Fentanyl Buccal Soluble Film: A Review in Breakthrough Cancer Pain. Clin Drug Investig. 2016 May;36(5):413-9. doi: 10.1007/s40261-016-0394-y; Brant JM et al. Breakthrough Cancer Pain: A Systematic Review of Pharmacologic Management, Clin J Oncol Nurs. 2017 Jun 1;21(3):71-80.

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