1. Österreichische Tag der Ganzheitsmedizin – Komplementärmedizin als sinnvolle Ergänzung zur „Schulmedizin“

Erstellt am: 10.07.2018 | Featured, Leben, pressetext

Wien (pts024/10.07.2018/13:30) – Morgen, am 11. Juli, findet der „Erste Österreichische Tag der Ganzheitsmedizin“ statt. Damit wollen wir über die vielfältigen Angebote der Ganzheitsmedizin informieren, ihre Grundlagen erklären, ihre Möglichkeiten und Grenzen aufzeigen, für ihren seriösen Einsatz durch Ärztinnen und Ärzte sowie für die hohe Bedeutung der Qualitätssicherung Bewusstsein schaffen. Der „Österreichische Tag der Ganzheitsmedizin“ wird vom 1989 gegründeten, 22 Mitgliedsgesellschaften umfassenden „Österreichische Dachverband für ärztliche Ganzheitsmedizin“ (ÖDÄG) organisiert und wird künftig jedes Jahr am zweiten Mittwoch des Juli stattfinden.

Komplementärmedizin ist ein wichtiger Teil eines modernen Gesundheitssystems, sie ist effizient und kostengünstig bei der Vorbeugung und Behandlung chronischer Erkrankungen. 70 Prozent aller Österreicherinnen und Österreicher nehmen heute komplementärmedizinische Methoden in Anspruch. Bereits 70 bis 80 Prozent der österreichischen Bevölkerung bevorzugen den Ergebnissen einer Umfrage zu Folge eine Kombination aus Schul- und Komplementärmedizin (Karmasin-Umfrage 2011).

Ganzheitsmedizin: Komplementärmedizin plus Schulmedizin

Der Begriff „Komplementärmedizin“ beinhaltet jene Medizinformen, die gegenwärtig als Ergänzung zur Schulmedizin bzw. konventionellen Medizin angesehen werden. Die Komplementärmedizin hat sich als wichtiger Bestandteil zur Gesundung der Patienten etabliert. Es gibt kaum einen anderen Medizinbereich, der in den letzten zwei Jahrzehnten einen vergleichbaren Boom erlebt hat. Für diesen Zulauf gibt es viele Gründe. Trotz der unbestrittenen großen Erfolge der konventionellen Medizin klagen Patienten in vielen Fällen über weiterhin bestehende, die Gesundheit stark beeinträchtigende Probleme und über ein eingeschränktes Wohlbefinden. Chronische Erkrankungen nehmen immer mehr zu. Vor allem aber suchen immer mehr Menschen nach Angeboten, wo man sich für Dinge Zeit nimmt, die im normalen Gesundheitsbetrieb oft untergehen. Hier kann sich die Komplementärmedizin sehr oft helfend einbringen.

Inzwischen gibt es weltweit mehr als 1.000 komplementärmedizinische Verfahren. Ayurveda, Akupunktur, Neuraltherapie, Aromatherapie, manuelle Therapien, Pflanzenheilkunde und Homöopathie zählen dabei wohl zu den bekanntesten. Mit teilweise obskuren Alternativmedizin-Angeboten wollen wir die komplementärmedizinischen Verfahren nicht verwechselt wissen. Es geht uns definitiv nicht darum, die etablierte „Schulmedizin“ ersetzen zu wollen, sondern darum, ergänzende – also komplementäre – Angebote zu machen, die in der Kombination für Patienten am besten sind.

Behandlung chronischer Erkrankungen, Gesundheitserhaltung und Prävention

Es lassen sich eine Reihe von Begleiterscheinungen verschiedener Krankheiten mit komplementären Verfahren lindern oder sogar beseitigen. Dazu profitieren sehr oft Patienten mit Verdauungsproblemen, Schlafstörungen, Hautproblemen, Schmerzen des Bewegungsapparates, Kopfschmerzen und vielen anderen Problemen. In der Komplementärmedizin wird auch besonders auf die psychosomatische Komponente der erkrankten Personen Rücksicht genommen. Aber auch die Behandlung von Neben- und Wechselwirkungen bei der gleichzeitigen Einnahme verschiedener Medikamente oder Belastungen durch Chemotherapien ist ein Thema in der Komplementärmedizin. Die Erfolge der Komplementärmedizin liegen vor allem bei der Behandlung chronischer Erkrankungen als auch bei der Gesundheitserhaltung und damit Prävention von Erkrankungen. Wir sehen unsere Patientinnen und Patienten ganzheitlich und beziehen daher, anders als in der konventionelle Medizin, auch ihre Gesamtverfassung und das psychosoziale Umfeld mit ein. Das kann dazu führen, dass drei Patienten mit dem gleichen Gesundheitsproblem drei unterschiedliche Therapien empfohlen werden.

Individueller Zugang zu Patienten erschwert herkömmliche Erfolgsmessungen

Dieser sehr individuelle Zugang kann es erschweren, die Erfolgsraten solcher Behandlungen mit herkömmlichen wissenschaftlichen Methoden nachzuweisen. Der früher oft erhobene Vorwurf, die neuen Ansätze würden den Beweis ihrer Wirksamkeit schuldig bleiben, stimmt dennoch längst nicht mehr: Es gibt eine Fülle von Studien über komplementärmedizinische Verfahren.

Homöopathie-Studien: Besserer Allgemeinzustand, höhere Lebensqualität, längeres Überleben

Besonders heftig kreist der wissenschaftliche Diskurs rund um das Thema Homöopathie, lassen Sie mich hier kurz auf diese auch von mir angewendete Methode eingehen. Die Homöopathie arbeitet mit stark verdünnten und verschüttelten – wir nennen das potenzierten – Substanzen. Während eine großangelegte Metaanalyse zum Schluss kam, die verwendeten Globuli wäre „mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent effektiver als Placebo“, zogen andere Wissenschaftler aus den gleichen Daten den Schluss, die Homöopathie habe keinerlei Wirkung. Das lag allerdings daran, dass 95 Prozent der verfügbaren Studien ohne jede Erklärung ausgeschlossen wurden.

Bei einer vor kurzem in einem internationalen Journal publizierten Untersuchung (2015) erhielten 410 Patientinnen nach dem Zufallsprinzip neben der Standard-Krebstherapie entweder eine oder keine zusätzliche homöopathische Behandlung. Die Verbesserung des gesundheitlichen Allgemeinzustands war in der Homöopathie-Gruppe signifikant höher als in der Kontrollgruppe, ebenso beim subjektiven Wohlbefinden.

Eine 2016 veröffentlichte Analyse von Daten von Patienten mit malignen Erkrankungen zeigt, dass eine homöopathische Behandlung eventuell nicht nur die Lebensqualität verbessern, sondern sogar einen Einfluss auf die Prognose haben könnte. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Patienten, die an fortgeschrittenen Stadien von Krebs leiden und die ersten 6 oder 12 Monate nach der Diagnose überleben, durch die zusätzliche Verwendung der Homöopathie einen statistisch signifikanten Vorteil bei der Überlebenszeit haben könnten. Diesbezüglich sind weitere Studien notwendig.

Unser Ziel: Komplementärmedizin auf hohem Niveau für alle Bevölkerungskreise

Der Österreichische Dachverband für ärztliche Ganzheitsmedizin bietet einen Rahmen zum Austausch der verschiedenen Ärztegesellschaften untereinander und ermöglicht den Patienten professionelle Information sowie Zugang zu seriösen komplementärmedizinischen Methoden. Die Gesellschaften garantieren einen hohen Ausbildungsstandard ihrer Mitglieder, die ja alle zunächst nach dem Studium eine ärztliche Ausbildung absolviert haben. Unser Ziel ist es, Komplementärmedizin auf einem hohen Niveau für alle Bevölkerungskreise möglich zu machen durch die zunehmende Übernahme von komplementärmedizinischen Methoden in den Honorarkatalog der Krankenkassen.

Das medizinische Studium, sowie die danach erfolgende Aus- und Weiterbildung der Komplementärmediziner sichert eine verantwortungsvolle, professionelle Behandlung der Patienten. Komplementärmediziner kennen die Grenzen ihrer Methoden und bieten damit die beste Behandlung in jeder Situation,

Unser Interesse gilt aber auch der Einbindung ins Gesundheitssystem durch Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen sowohl aus den Bereichen der konventionellen als auch der Komplementärmedizin. In Zusammenarbeit mit der „Wiener Internationale Akademie für Ganzheitsmedizin“ (GAMED) bemühen wir uns um die bestmögliche gesundheitliche Versorgung der Österreicher. Die enge Kooperation mit konventionellen Kollegen ist uns sehr wichtig und ein integraler Bestandteil unseres Bemühens um das Wohl der Patienten.

Plattform für die wissenschaftliche Erfassung der Komplementärmedizin

Zudem versteht sich der Dachverband auch als Plattform für die wissenschaftliche Erfassung der Komplementärmedizin. Weil wissenschaftliche Studien de facto nur im Rahmen von Universitäten durchführbar sind, fordern wir eine entsprechende Dotierung und Unterstützung komplementärmedizinischer Studien im universitären Bereich, um den Anschluss an die Universitäten im Ausland nicht zu verlieren.

Komplementärmedizin soll höheren Stellenwert an den MedUnis bekommen

Darüber hinaus muss der Komplementärmedizin aber auch in der universitären Ausbildung mehr Platz eingeräumt werden. Es ist höchste Zeit, dass an den Medizinuniversitäten Professuren für Komplementärmedizin eingerichtet werden, wie es dem hohen Stellenwert der Komplementärmedizin in der Gesundheitsversorgung schon lange entspräche.

Unser Ziel ist ein partnerschaftliches und faires Miteinander von konventioneller und komplementärer Medizin für ein modernes, ganzheitliches Gesundheitssystem, das patientenorientiert und kostensparend ist.

(Ende)

Aussender: B&K – Bettschart&Kofler Kommunikationsberatung Ansprechpartner: Mag. Roland Bettschart Tel.: +43-1-319 43 78 E-Mail: bettschart@bkkommunikation.com Website: www.ganzheitsmed.at



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