Lehrende der PH NÖ legen Zusammenschau des Nazi-Terrorregimes für Niederösterreich vor

Erstellt am: 07.11.2018 | Featured, Leben, pressetext

Baden (pts019/07.11.2018/12:20) – Die beiden Lehrenden der Pädagogischen Hochschule, Franz Vonwald und Margarethe Kainig-Huber, haben zur Schreckensherrschaft in der Zeit von 1938 bis 1945 in Niederösterreich geforscht und ein Buch darüber veröffentlicht.

Ausgehend von illegalen NS-Aktivitäten stellen die Autoren in ihrem neuen Buch radikale Umbrüche rund um den „Anschluss“ 1938 und Umgestaltungen im städtischen und ländlichen Raum sowie grauenhafte Verbrechen gegenüber wehrlosen und schwachen Menschen dar. Angehörige des NS-Unrechtstaates verfolgten damals sowohl Einzelpersonen als auch politische und religiöse Gruppierungen, die sich der Diktatur widersetzten. Schwerpunktmäßig werden von den beiden Historikern der PH NÖ, Franz Vonwald und Margarethe Kainig-Huber, der Untergang und die Vernichtung jüdischen Lebens in den vier Vierteln Niederösterreichs dargestellt.

Das Buch beinhaltet 129 Lebenserinnerungen, in denen Menschen aus Niederösterreich von ihren ersten Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus berichten, wie die nationalsozialistische Schreckensherrschaft für Angst und Terror in ihrem Leben sorgte und dass das Kriegsende besonders für die weibliche Bevölkerung mit großen Belastungen verbunden war.

Im Mai 1945 konnte die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten gestoppt werden, und die Alliierten leiteten einen Demokratisierungsprozess ein. Das 400 Seiten umfassende Buch „Schreckensherrschaft in Niederösterreich“ mit 429 Abbildungen endet nicht mit dem Kriegsende, sondern gibt auch Einblicke in die Zeit der Entnazifizierung und verschiedene Ausprägungen der Erinnerungskultur, von den Kriegerdenkmälern der unmittelbaren Nachkriegszeit bis zu neuen und zeitgenössischen Formen des Gedenkens.

Erstmals legen die beiden Autoren mit ihrem Buch eine Zusammenschau der NS-Schreckensherrschaft auf lokaler Ebene vor, die das Beschreiten von „Wegen der Erinnerung“ ermöglicht. Neben einer Fülle von Informationen halten berührende Schicksale die Erinnerung für die Zukunft wach.

Bibliographie: Schreckensherrschaft in Niederösterreich | 1938-1945. Alltag in der nationalsozialistischen Zeit. 400 Seiten, gebunden. Kral-Verlag, ISBN: 978-3-99024-325-1.

Zu den Autoren

Franz Vonwald beforscht regionale Zeitgeschichte und als Hochschulprofessor an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich lehrt er im Bereich Primarstufe und im Lehramtsstudium Sekundarstufe Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung an der Universität Wien. Mit zeitgeschichtlichen Fachexkursionen nach Berlin und zu den Gedenkstätten Theresienstadt und Auschwitz-Birkenau fördert er die Bewusstseinsbildung und Erinnerungsarbeit der teilnehmenden Studierenden.

Margarethe Kainig-Huber lehrt im Bereich Primarstufe an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich und im Bachelorstudium des Unterrichtsfaches Geschichte, Sozialkunde und Poltische Bildung an der Universität Wien. Sie lebt in Enzesfeld und beschäftigt sich mit regionalhistorischer Forschung. Durch die Arbeit in Archiven, die Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie die Analyse historischer Zeitschriften beleuchtet sie lokalhistorische Ereignisse. Als Betreuerin wissenschaftlicher Arbeiten, regt sie dazu an, zur Entwicklung des Geschichtsbewusstseins in verschiedenen Regionen beizutragen und didaktische Konzepte zur Vermittlung von „Wegen der Erinnerung“ zu entwickeln.

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Aussender: Pädagogische Hochschule Niederösterreich Ansprechpartner: Walter Fikisz Tel.: +43 650 4721023 E-Mail: walter.fikisz@ph-noe.ac.at Website: www.ph-noe.ac.at



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