„Schi-Drive-In“ mit Ökokonzept – leider Nein

Erstellt am: 22.02.2021 | Featured, Leben, pressetext

Grünau im Almtal (pts017/22.02.2021/09:00) – Hüttenwirt und Hotelier Hüthmayr aus Grünau: „Mir reißt die Geduld!“

Hermann Hüthmayr ist ein echter Menschenfreund. Hüttenwirt und Hotelier praktisch von Geburt, jedenfalls mit Leib und Seele. Hermann hat seine gastronomischen Betriebe ganz oben, am Kasberg. Mitten im Skigebiet. So schnell bringt den Chef des Hochberghauses und der Kasbergalm in Grünau normalerweise nichts auf die Palme. Aber jetzt ist ihm die Hutschnur gerissen. Jetzt will, ja muss er etwas loswerden.

„Alle gastronomischen Betriebe werden gleich behandelt. Egal, ob im Tal oder am Berg“, hat er von der Ministerin gehört. Genau das stimmt für ihn nicht! Und wie es Hermanns Art ist, steht ihm Jammern und Lamentieren nicht gut zu Gesicht. Er ist ein Mann der Ideen, der Worte und der Taten.

Also hat er sich gleich im November zum Start des zweiten Lockdowns vorbereitet, geplant, gezeichnet, angepackt und investiert. Ein „Schi-Drive-In“ auf der Kasbergalm auf fast 1.600 Meter Seehöhe – völlig Corona-gerecht natürlich – sollte es werden. Wurde es auch! Mit echtem „Schi-Drive-In“, mit drei Fenstern zum Bestellen, Zahlen und für die Ausgabe. Mit „WALDNESS®.Picknick-Boxen“ zum Tragen mit den eigenen Skistöcken, ökologischer Entsorgung und natürlich einem umfassenden Corona-Sicherheitskonzept mit Abstand, Maskenpflicht und extra modellierten Esspläten.

Mindestens 50 Meter entfernt von der Hütte. Wie vorgeschrieben! Schließlich durften die großen Fastfoodketten so auch im Tal ihre Gäste bewirten. Dazu organisierte er noch eine „Take-Away-Base“ mit entsprechendem Sicherheits-Konzept und Lenkungssystem über die Toiletten hinaus im Hochberghaus. Alles war angerichtet, alles investiert! „Sogar Menüs hätte man punktgenau schon aus der Gondel heraus im Hochberghaus bestellen können“, erzählt Hermann. Dann kam das endgültige „Leider Nein“.

„Es war als eine echte Innovation und als Vorzeigeprojekt für alle Skigebiete in Österreich gedacht. Dazu noch eine Investition von knapp 50.000 Euro“, ist Hermann Hüthmayr schwer enttäuscht. Nicht nur davon, dass er seine Innovation nie seinen wertvollen Gästen zur Verfügung stellen durfte.

Vor allem, dass es aus unerfindlichen Gründen in Österreich zwei Kategorien von Gastronomiebetrieben gibt, stößt ihm schwer auf. Jene im Tal und jene am Berg nämlich. Jene, die sich privat für ihre Gäste und Mitarbeiter „einen Haxen ausreißen und alles tun, um allen Corona-Maßnahmen gerecht zu werden“ (O-Ton Hüthmayr), dann aber links liegen gelassen werden. Und er weist dabei eben etwa auf die Systemgastronomie hin, die sich das offensichtlich im Tal alles „gut richten“ kann…

„Jetzt ist die Luft draußen bei mir. Seit 26. Oktober habe ich keinen Cent Umsatz mehr gemacht, keine Mitarbeiterin und keinen Mitarbeiter mehr gesehen. Keiner, weder die Politik, noch unsere Standesvertretung in der Wirtschaftskammer, hat sich jemals die Mühe gemacht, die Praktiker über mögliche Vorgehensweisen bzw. machbare Umsetzung zu fragen“, schimpft Hüthmayr. „Ich habe mich auch auf die Frau Minister verlassen, als sie sagte, das ‚Take-Away‘ sowohl im Tal wie auch am Berg erlaubt sein wird. Darauf habe ich meine Hoffnungen, meine positiven Aussagen gegen-über meinen Mitarbeitern und meine Investitionen ausgerichtet.“

Leider steht alles seit vier Monaten still – frisch gebaut und organisiert. Und es wird auch in diesem Winter nicht mehr in Betrieb gehen. Davon ist Hermann überzeugt. „Ich sperre sicher nicht mehr auf bis März!“

Hermann Hüthmayr (66) ist jetzt aber auch wütend! Nicht, weil sich die Skifahrer am Kasberg trotzdem bei seiner Hütte und beim Hochberghaus einfinden. „Bis zu 50 Personen an den Tischen im Freien sitzen unorganisiert zusammen – ohne Masken – und essen und trinken aus ihren Rucksäcken Mitgebrachtes in der Sonne. Wo sollen die auch hin? Auf der Terrasse läuft alles wenigstens ordentlich ab. In den von mir extra aufgestellten Mülleimern wird entsorgt.“

Aber: „Ihre Notdurft verrichten die Skigäste dann mangels Alternativen in kleineren und größeren Mengen hinter dem Haus – in unserem Spielwald!“ Hermann Hüthmayr fragt sich zu Recht: „Wo sind die Praktiker unter den Politikern? Wo sollen die Menschen in den Skigebieten ihre menschlichen Bedürfnisse ‚erledigen‘?“

Hermann wird sich nicht unterkriegen lassen, wird seinen Corona-gerechten Grillwald wieder sauber bekommen und möglichst früh im Frühjahr aufsperren. Wenn erlaubt. Aber die Vorgehensweise, die Logik der Maßgaben und Vorschriften versteht der Mittsechziger nicht. Er möchte nicht anklagen, nicht anpatzen, nicht persönlich werden und schon gar nicht aufgeben!

Aber er möchte, dass sich jene, die Gesetze, Verordnungen und vor allem die Unterschiede machen, sich vorher mit den Praktikern besprechen. Innovationen zulassen und nicht uniform über alle drüberfahren. Für die Zukunft. Dafür, dass die Gastronomie wieder das sein darf, was ihr am besten zu Gesicht steht: Gastgeber sein, Kommunikationsdrehscheibe, Genussort und Ruheoase.

Weitere Infos bei Hermann Hüthmayr unter Tel. 0664/2301190 bzw. E-Mail: h.huethmayr@almtal.at

(Ende)

Aussender: Hochberghaus Grünau Ansprechpartner: Hermann Hüthmayr Tel.: +43 664 2301190 E-Mail: h.huethmayr@almtal.at Website: www.hochberghaus.at



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